Supplemente

Wieso du Studien, die von der Supplementindustrie finanziert wurden, nicht allzu Ernst nehmen solltest

Studien mit Sponsoren kommen 4 Mal häufiger zu positiven Ergebnissen
Wieso du Studien, die von der Supplementindustrie finanziert wurden, nicht allzu Ernst nehmen solltest

Wann immer du hier beim Supplementdealer über Studien liest, in denen die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln beleuchtet wird, werden wir stets betonen, wann eine Untersuchung von einem bestimmten Player der Supplementindustrie finanziert wird. Dies tun wir nicht, um kostenlose Werbung für den Hersteller unterzubringen, sondern weil wir es als wichtig empfinden, dass du darüber Bescheid weißt.

Eine solche Studienfinanzierung heißt nicht automatisch, dass die Ergebnisse falsch sein müssen, allerdings führt es dazu, dass man die Studienergebnisse mit einer gesunden Portion Skepsis zur Kenntnis nimmt. Und das aus gutem Grund, wie eine Meta-Analyse, die im Jahre 2003 im BMJ erschienen ist (1).


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Wieso du Studien, die von der Supplementindustrie finanziert wurden, nicht allzu Ernst nehmen solltest

Der Studienaufbau

Lexchin und Kollegen stellten in ihrer Untersuchung fest, dass Studien, die an Produkten durchgeführt werden, wo der Hersteller eine Finanzspritze liefert, rund 4 Mal so häufig zu einem positiven Ergebnis kommen, als Studien, wo keine solche Finanzierung vorliegt.

In dieser Meta-Studie geht es zwar um Medikamente, allerdings dürften die Chancen sehr hoch stehen, dass diese Ergebnisse auch auf die Supplementindustrie zutreffen.

Für ihr Paper suchten die Forscher nach Studien, die bereits einen Versuch unternommen haben, um den Einfluss von Sponsoren auf das Outcome zu quantifizieren. Insgesamt erfüllten 13 Studien die erforderlichen Kriterien. Deren Ergebnisse wurden von Lexchin et al. in einer Analyse zusammengefasst, um zu ermitteln, wie groß die Wahrscheinlichkeit sein würde ein positives Studienergebnis herauszubekommen, wenn die Untersuchung von einem Sponsor finanziert wurde.

Die Medikamente, um die es in den 13 Studien ging, umfassten ein relativ breites Spektrum, angefangen bei Medizin zur Behandlung von Osteoarthritis, multiple Myelome, psychische Störungen, Alzheimer und Embolismen. Hierbei handelte es sich um Dinge wie Tacrine, Clozapine, neue orale Verhütungsmittel, EPO und Antidepressiva.


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Das Studienergebnis

Die nachfolgende Grafik zeigt dir, wie hoch die Chancen stehen, um ein positives Ergebnis zu erhalten (Medikament wirkt). Rechnerisch ergibt sich damit eine (mehr als) 4 Mal höhere Wahrscheinlichkeit für sponsorenfinanzierte Studien, wenn es darum geht die Wirksamkeit festzustellen (im Vergleich zu einer Studie, die von einer Drittpartie finanziert wird, die kein finanzielles Interesse an einem positiven Endergebnis hat):

Wieso du Studien, die von der Supplementindustrie finanziert wurden, nicht allzu Ernst nehmen solltest

Box-Plot mit Odds Ratio der 13 untersuchten Meta-Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten. (Bildquelle: Lexchin, J., et al. (2003))

 

Bedenken sollte man, dass sponsorenfinanzierte Studien häufig eine bessere Methodologie aufweisen – ein Aspekt, der bereits ebenfalls Gegenstand der Forschung gewesen ist. Das heißt, dass Studien mit Sponsoren häufig bessere finanzielle Mittel zur Verfügung haben, wodurch die Studienqualität (z.B. randomisierte Doppelblindstudien mit Placebos) in der Regel etwas besser ausfällt, als bei Studien, die nicht derart stark gefördert werden. Dies ist jedoch nicht die einzig denkbare Ursache.


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Wieso fallen die Ergebnisse von Sponsoren-Studien häufig positiver aus?

Weit verbreitet ist beispielsweise eine falsche Dosierung, wenn es darum geht die Wirkung von Produkten der Mitbewerber zu testen, so dass derartige Studien zu dem Ergebnis kommen, dass die Medizin entweder nicht so gut wirkt, wie das eigene Produkt oder aber mit starken Nebenwirkungen daherkommt.

Weiterhin ist nicht auszuschließen, dass bei Studien mit Sponsoren nicht alle Ergebnisse öffentlich gemacht werden. Bei fehlender Wirkung (Signifikanz) verschwinden solche Experimente meist unveröffentlicht in der Schublade des Sponsors (3).

Seit der Veröffentlichung der Meta-Studie (2003) haben die gleichen Autoren bereits mehrere Folge-Untersuchungen veröffentlicht. Dabei stellten sie immer wieder fest, dass Studien mit Sponsoren zu häufigeren positiven Ergebnissen kommen (4).

Passende Buchempfehlung für SupplementinformationenAn dieser Stelle sei noch einmal betont, dass es bei diesen Untersuchungen um die Wirksamkeit von Medikamenten ging und nicht um frei-verkäufliche Supplemente, wie man sie häufig im Fitness- und Sportbereich antrifft. Dennoch gibt es auch hier viele Untersuchungen, die von Sponsoren (Herstellern) finanziert werden und damit besteht ein ebenso großes Risiko für eine solche Einflussnahme.

Ebenfalls interessant: Derartige Studien gibt es auch im Nahrungsmittelsektor. So fand beispielsweise eine Studie aus 2007, die im PLoS Medicine veröffentlicht wurde, heraus, dass die Wirkung von Softdrinks, Säften, Milch und anderen flüssigen Nahrungsmitteln/Getränken 4-8 Mal häufiger zu positiven Studienergebnissen kommen, wenn die Studien von Sponsoren finanziert wurden (5).

 Quellenverweise anzeigen


Passende Buchempfehlung für Supplementinformationen

  1. Supplements for Strength Athletes von Jose Antonio & Jeffrey Stout
  2. Essentials of Sports Nutrition and Supplements von Jose Antonio
  3. Sports Nutrition and Performance Enhancing Supplements von Jose Antonio & Abbie Smith-Ryan
  4. Griffith’s Sports Supplement Review von P.J. Griffith
  5. Natural Doping von Dr. Christian Zippel & Thomas Kampitsch


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Titelbild: Sergey Nivens & Fotolia


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